Was ist Ihre Immobilie wert?

Geothermie in München: GIGA-M erkundet den Untergrund für die Wärmewende

Veröffentlicht am 1. November 2026

Im Großraum München wird der tiefe Untergrund derzeit großflächig untersucht. Bei der Seismik-Kampagne des Forschungsprojekts GIGA-M geht es um neue Erkenntnisse für die Nutzung von Erdwärme. Die Stadtwerke München haben am 21. Oktober 2026 über den aktuellen Stand informiert. Für Immobilieneigentümer ist das ein Anlass, die künftige Wärmeversorgung des eigenen Gebäudes genauer mit dessen Zustand und Investitionsplanung abzugleichen. Dabei hilft es, regionale Infrastrukturprojekte und die bereits verfügbaren Möglichkeiten am eigenen Standort genau zu unterscheiden. Für eine Bewertung zählt vor allem der belegbare Stand des einzelnen Objekts.

Der Münchner Olympiapark – Stadtansicht zur laufenden Geothermie-Erkundung.

Was die aktuelle Messkampagne untersucht

Die seit Ende August laufenden Messungen erfassen nach Angaben der SWM rund 1.110 Quadratkilometer und mehr als 60 Kommunen. Spezialfahrzeuge erzeugen kontrollierte Schwingungen, deren Rücksignale Messgeräte aufzeichnen. Daraus soll ein dreidimensionales Modell des Untergrunds entstehen. Die Messarbeiten sind blockweise bis Ende November vorgesehen. Beteiligt sind unter anderem SWM, Energie-Wende Garching und die Technische Universität München.

Die Erkenntnisse sollen eine präzisere Planung weiterer Geothermievorhaben ermöglichen. Geothermie nutzt die Wärme im Erdinneren; im Münchner Raum kann heißes Tiefenwasser zur Wärmeversorgung beitragen. Die laufende Erkundung schafft dafür eine Datengrundlage. Sie ist ein vorgelagerter Schritt auf dem Weg zu möglichen weiteren Anlagen und ersetzt keine konkrete Planung eines Hausanschlusses.

Wärmeplanung und Anschlussmöglichkeit auseinanderhalten

Der Münchner Wärmeplan zeigt, welche Versorgungsarten in unterschiedlichen Gebieten grundsätzlich in Betracht kommen. Die Stadt bezeichnet ihn als unverbindliche Orientierung. Er verpflichtet Eigentümer nicht zur Nutzung eines bestimmten Heizsystems und begründet keinen Anspruch auf eine bestimmte Versorgung. Die Planung eines einzelnen Gebäudes bleibt daher ein eigener Schritt.

Für ein Haus ist zunächst die konkrete Adresse entscheidend. Welche Versorgung existiert bereits? Welche Auskunft gibt der zuständige Anbieter zu einem möglichen Anschluss und zu dessen zeitlichem Rahmen? Erst solche Informationen machen aus einer allgemeinen regionalen Perspektive eine belastbare Grundlage für die eigene Investitionsentscheidung. Eine Messung in der Nachbarschaft beantwortet diese Fragen noch nicht.

Welche Informationen für den Immobilienwert hilfreich sind

Für die Einordnung einer Immobilie zählt, wie die Wärmeversorgung tatsächlich organisiert ist und welche Änderungen nachvollziehbar absehbar sind. Eigentümer können dazu das Alter der Anlage, Wartungsunterlagen, Verbrauchsabrechnungen und bereits eingeholte Angebote zusammenstellen. Bei einer Wohnung sind außerdem Beschlüsse und Planungen der Eigentümergemeinschaft hilfreich.

So werden laufende Kosten und mögliche Investitionen für Interessenten verständlicher. Eine dokumentierte Heizungsplanung kann Rückfragen im Verkaufsprozess erleichtern. Ein pauschaler Wertzuschlag aus dem Forschungsprojekt lässt sich dagegen nicht beziffern. Entscheidend bleiben die Eigenschaften des Gebäudes, seine derzeitige Versorgung und die für dieses Objekt belegbaren weiteren Möglichkeiten.

Heizungsentscheidungen mit der eigenen Zeitplanung verbinden

Wer einen Verkauf vorbereitet, sollte offene Fragen zur Heizung früh erfassen und vorhandene Informationen geordnet bereitstellen. Wer langfristig selbst nutzen möchte, kann den technischen Zustand der Anlage mit dem Zeitpunkt geplanter Arbeiten am Gebäude abstimmen. Dabei sind eine kurzfristig erforderliche Maßnahme und eine längerfristige Versorgungsoption getrennt zu betrachten.

GIGA-M zeigt, dass sich die Wärmeinfrastruktur der Region weiterentwickelt. Für die eigene Immobilie ist der nächste sinnvolle Schritt deshalb eine Bestandsaufnahme mit konkreten Auskünften zum Standort. In einer Bewertung können diese Angaben gemeinsam mit Lage, Gebäudezustand und Marktdaten berücksichtigt werden. So erhält die Diskussion über künftige Wärmeversorgung einen nachvollziehbaren Bezug zum einzelnen Objekt.

Sie möchten wissen, wie der Gebäudezustand und die vorhandene Wärmeversorgung bei Ihrer Immobilienbewertung eingeordnet werden? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

Quellen und Datenstand

Recherche- und Quellenstand: 1. November 2026.

Bettina Heimhuber, zertifizierte Sachverständige für Immobilienbewertung
Bei mir sind Sie und Ihre Immobilie in kompetenten Händen. Rufen Sie mich unverbindlich an.
Ihre Bettina Heimhuber